Leseprobe

Blasinstrument?

Es war mal wieder Zeit, einem Kollegen einen Streich zu  spielen.  Solopauker  Norbert  Schmitt  sollte  das Opfer  sein.  In  mühevoller  Vorarbeit  schlossen  die Schlagzeuger mit Hilfe eines durchbohrten Korkens und  eines  viele  Meter  langen  Schlauches  die  hohe
Pauke  an  eine  Luftpumpe  an.  Der  Schlauch  wurde fachmännisch  mit  schwarzem  Lack  eingefärbt,  um ihn unsichtbar zu machen. Sie hatten vor, durch eifriges Pumpen die Stimmung der Pauke während des Spielens zu verändern und freuten sich schon auf das ratlose Gesicht des Paukers. Während der Probe zu einem Ballett in Schweinfurt pumpte Michael Winkler im Hintergrund kräftig bei jedem Paukeneinsatz.
Man sah tatsächlich ein ratloses Gesicht beim Pauker. In der Pause holte Schmitt den Stellvertreter Peter Kruse, der das alles eingefädelt hatte, an die Pauke und sagte: »Du, die Pauke muß kaputt sein. Immer, wenn ich darauf spiele, gibt sie ein ganz komisches Geräusch von sich. So ungefähr: ch-ch-ch-ch.«

Machissimo

Richard  Steuart,  einige  Zeit  Solotrompeter  im  Orchester, freute sich über den Gefallen eines Kollegen so sehr, daß er ganz spontan zu ihm sagte: »Die erste Frau, die mich anbetet, bekommst Du!«

Feinsinnig

»Musik stinkt glücklicherweise nicht!« – Heiko Triebeners (Tuba) Kommentar zu Musik minderer Güte, die das Orchester auch zuweilen spielen muß.

Urteil

In  Coburg  hatte das  Orchester die  Ehre,  bei einem internationalen  Treffen  moderner  Komponisten verschiedene  neue  Werke  von  DDR-Komponisten aufzuführen. Als der Dirigent in der Pause den Solo-
pauker Franz Pleyer fragte, was er denn von dem gerade geprobten Stück hielte, antwortete dieser: »Das Stück ist ein einziger großer Mist. Normalerweise hat jeder von uns so etwas schon geschrieben. Nur sind wir nicht so frech und lassen das aufführen.«

Gute Verwendung

Pauker  Peter  Kruse  während  der  CD-Aufnahme  eines minderwertigen Stückes: »Die Aufnahmen werden digitalisiert und dann als Viren ins Internet geschickt.«

Lebhaftes Gespräch