Leseprobe

Name: »Salami«
Auf der ersten Auslandstournee, die das Orchester als erstes deutsches Orchester nach Frankreich führte, gab es noch sehr wenig Spesen und viele Musiker nahmen Brot, Salami, Obst usw. von zu Hause mit, um zu sparen. Viele Kollegen hatten mangels Sprachkenntnissen Schwierigkeiten, beim Grenzübertritt die französische Einreisekarte auszufüllen. Einer bat seinen Nachbarn um Hilfe und dieser machte sich einen Spaß daraus, ihm völlig falsche Ratschläge zu geben. Er sagte, das sei eine Zolldeklaration und er müsse z.B. bei der Rubrik: »NOM« – die Salami eintragen, bei »PRENOM« – das Schwarzbrot, bei »LIEU DE NAISSANCE« – 2 Kilogramm Obst usw. Brav folgte der Kollege den Ratschlägen. Der Grenzbeamte allerdings fühlte sich auf den Arm genommen, zerriß das Formular und winkte den Musiker wütend weiter.

Marsalabrüder
Zwei Geiger, das erste Mal in Sizilien, hatten mit Begeisterung dem süffigen Marsala-Wein zugesprochen. Der Nachmittag war heiß und der Marsala war stark. Die Folge: zwei schwankende Gestalten versuchten in bester Stimmung abends in Palermo die
Frackhosen anzuziehen. Sie kamen einfach nicht hinein, entweder traten sie auf die Hose, oder daneben. Das Hosenbein war ein viel zu schwieriges Ziel. Die sonst durchaus gesetzten älteren Herren fielen schließlich kichernd um, und mit den Beinen in der Luft gelang ihnen endlich das Kunststück. Verärgert teilte ihnen Orchesterdirektor Fischer mit, daß sie in diesem Zustand selbstverständlich nicht die Bühne betreten dürften. Sie selbst konnten das absolut nicht verstehen, fühlten sie sich doch durchaus in der Lage, das Konzert glänzend zu meistern. Nur mit Mühe konnten sie am Auftritt gehindert werden. Eine Abmahnung mit zweijähriger Bewährungszeit war die Folge und die »Marsalabrüder« hatten ihren Spitznamen weg.

Mit Sonderwagen auf Tournee